“I SEE A WORLD WHERE WOMEN ARE IN THEIR POWER AND THAT IS A DAMN BEAUTIFUL WORLD.”

— ANDREA MARIA KOLLAR

Maria hat ein für alle Mal genug.

Zwei Jahrtausende lang hatte sie den undankbarsten und beschissensten Job der Welt. Sie musste als Jungfrau ein Kind zur Welt bringen und, als wäre das noch nicht genug, musste sie den Frauen dieser Welt das Bild der ewig keuschen, demütigen Frau präsentieren. Der Frau ohne Sex und ohne eigene Bedürfnisse.

Maria hat ein für alle Mal genug.

Und das schon seit wirklich langer Zeit. Deshalb will sie jetzt klarstellen, dass das alles eine große, fette Lüge ist und dass sie hier seit zweitausend Jahren instrumentalisiert wird, um Frauen klein zu halten.

Jahrtausendelang stand sie allein, als Gemälde oder Skulptur, allein mit ihrem Kind, eine alleinerziehende Mutter sozusagen. Seitdem sie dort steht, wünscht sie sich nichts sehnlicher als Frauen an ihrer Seite zu haben, Freundinnen, Schwestern, Mütter, Töchter, Großmütter und Geliebte.

Die Zeit ist reif. Mehr als das. Es reicht.

Maria war die längste Zeit allein.

Sie feiert alle Frauen, die sie erlösen und von ihrer jahrtausendealten Last befreien. Maria feiert alle Frauen, die sie unterstützen, sich mit ihr verbinden und gemeinsam mit ihr ihren Platz in der Welt zurückerobern, der ihnen so lange verwehrt blieb. Denn das geht nur gemeinsam.

Eines weiß Maria ganz sicher.

Sie ist nicht das zweite Geschlecht.

Das war sie nie und das wird sie auch nie sein.

Staging: Georg Leditzky / Sellerie Studio

Fotografie: Patrick Bauer / Sellerie Studio

Art Direction Video: Floria Launisch

Kamera und Schnitt: Benny Paya

Musik: Peter Primer

Standort: Museum Krems / Dominikanerkirche